Hambi bleibt – auch in unseren Herzen, in der Bewegung und in unserer Kraft! Um auch die nächsten Jahren weiterhin kräftig Widerstand leisten zu können finden wir es, in unruhigen, stressigen und zum Teil zermürbenden Zeiten wie diesen, wichtig auf sich/ auf uns zu achten. Daher wollen wir für und mit  euch Räume und unterschiedliche Angebote für emotionalen Austausch schaffen. Uns ist wichtig, dass dies nicht (nur) individualisiert passiert. Zudem haben wir verschiedene Rückzugmöglichkeiten organisiert.

Dass wir mehr und wirkkräftiger werden, es schaffen unsere Inhalte zu verbreiten und erfolgreich Widerstand zu leisten, haben wir in den letzten Jahren immer wieder gezeigt.

Nun ist es wichtiger denn je auch unsere interne Stärke, Vernetzung und Solidarität spürbar und erfahrbar zu machen – aufeinander und auf uns selbst aufpassen.
Denn wir brauchen einen langen Atem und uns alle!

Viele von uns sind seit Wochen, Monaten… auf dem Dauer-ON Modus. Die gesamtgesellschaftliche Lage macht es eh schon nicht gerade leicht, sich Pausen zu gönnen, schöne Dinge zu tun und auch in unseren Gruppenprozessen genug Raum und Zeit für interne Prozesse und Feierzeiten einzuplanen.

Die aktuelle Situation im Hambi, die ständige Polizeipräsenz und Repressionen können belastend sein – ob direkt vor Ort, vor dem Laptop, oder anderswo. Die andauernde Ungewissheit, was wird wann wie als nächstes passieren zerrt an den Nerven – Die Sorge um Freund*innen und Genoss*innen, Macht- und Gewaltstrukturen wirken, Ohnmachtsgefühle gegenüber Polizei und RWE können auftreten.

Die Angst vor dem Verlust des Hambacher Forstes – Verlust von Wald, Natur, Schönheit, Erinnerungen, zu Hause… Der Verlust eines so starken Ortes kann den Verlust von Sinnhaftigkeit und Hoffnungen mit sich tragen. Es ist ein ständiger Spagat in dem wir uns da bewegen. Einerseits die Kraft und Hoffnung nicht aufzugeben, den Hambacher Forst und die Besetzung am Leben zu erhalten und sich andererseits, äußerlich wie auch innerlich auf die mögliche Zerstörung vorzubereiten.
Sinnhaftigkeit, Hoffnung und Ohnmacht sind starke Gefühle – so verschieden sie sich anfühlen können, so nah liege sie doch oft auch beieinander.

 

„Der Hambacher Forst als Wald wie als Projekt trägt seit Jahren kleine Körnchen von Liebe, Zuversicht, Standhaftigkeit, Vertrauen, Widerstand und Selbstermächtigung in die Welt. Sie werden nach und nach – mal früher, mal später – aufgehen; und das, was daraus erwächst, wird Menschen und anderen Tieren Lebensraum bieten, als Früchte neue Projekte tragen und mit seinen Wurzeln Herrschaft, Kapitalismus, Zerstörung und Hass untergraben. Es geschieht jeden Tag, und dafür kämpfe ich.

Hallo RWE, hallo Polizei. Was auch immer hier in der nächsten Zeit geschehen wird: ihr habt verloren. Ihr könnt räumen und roden, mit Repression arbeiten und mit Gewalt, aber ihr könnt uns nicht brechen; und in jedem*jeder von uns lebt ein Funke dessen, was an diesem Ort entstanden ist, weiter.“
ein*e Hambi
https://hambacherforst.org/blog/2018/08/28/und-ihr-glaubt-wirklich-dass-ihr-den-wald-so-retten-koennt-ein-brief/#more-7238